Dieses Jahr ist es wieder soweit. Meine Hörgeräte sind sechs Jahre alt geworden. Sechs Jahre sind die Zeit, nach der Krankenkassen normalerweise neue Hörgeräte bezahlen – oder zumindest bezuschussen. Ich hätte da auch so dran gedacht, allerdings wurde es mir auf vielen Wegen sehr eindringlich klar gemacht – in meinem Briefkasten.
Ein Ausschnitt der ganzen Post, die ich in den letzten Monaten von Akustikern bekommen habeWeiterlesen →
Es fing schleichend an. Ganz intuitiv hielt ich die Zeitschrift, zum lesen etwas weiter weg. Beim Lesen von Kleingedrucktem war es am einfachsten, über den Rand meiner Brille zu schielen. Bei der Arbeit am Computer erwischte ich mich öfter dabei, die Tastenkombination zu drücken, die alle Buchstaben etwas größer macht. Nach ein paar Monaten beschlich mich das Gefühl, dass ich mal mit meinem Augenarzt sprechen sollte.
Ihr kennt mich, ich schreibe am liebsten über Dinge, die ich selbst ausprobiert habe. Und so auch hier.
An dieser Stelle der Hinweis, dass ich nur einen Anbieter probiert habe. Es macht leider nicht viel Sinn mehr als einen zu nutzen, zumindest kann man die Ergebnisse dann nur sehr schlecht vergleichen. Man kann ja immer nur ein Hörtraining zur Zeit testen, um zu wissen, wie viel es gebracht hat. Da hat aber das erste Hörtraining, was man macht, vermutlich den meisten Erfolg. Wenn man damit sein Gehör also schon fit gemacht hat, werden alle nachfolgenden Trainings – egal wie gut sie wären – nur noch wenig mehr verbessern können.
Der Markt für Hörtrainings ist noch jung und nicht sehr groß. Da Hörtrainings nicht Bestandteil einer Standard-Hörgeräteversorgung sind, gibt es auch keine formalisierten Regeln dafür, was ein Hörtraining genau beinhalten oder erreichen muss. Ich versuche dir hier einen aktuellen Überblick über den Markt zu geben und dazu eine Liste von Auswahlkriterien, die dir helfen sollen, deine Entscheidung zu treffen.
Ein Nackenlautsprecher zur Verwendung in Hörtrainings. Foto: Doofe OhrenWeiterlesen →
In diesem Artikel gehe ich auf wichtige Aspekte von Hörtrainings ein. Ich hoffe, dies hilft dir zu entscheiden, ob das etwas für dich ist.
Beachte: Es geht hier ausschließlich um Hörtrainings, die für Menschen gedacht sind, die ihre Schwerhörigkeit mit Hörgeräten versorgen lassen können. Hörtrainings für Menschen mit Cochlea-Implantaten sind hier explizit nicht gemeint.
Ziele von Hörtrainings
Grundsätzlich ist das Ziel von Hörtrainings Menschen mit Schwerhörigkeit zu helfen, ihr Gehirn zu trainieren, um in Kombination mit einem Hörgerät wieder möglichst gut zu hören und weniger Hörstress zu haben.
Dieser Artikel ist der erste Teil einer Serie zum Thema Hörtrainings. Drei weitere Teile folgen in den nächsten Wochen.
Januar diesen Jahres. Mein Kollege Harald hat sich vorgenommen, etwas an seiner Fitness zu tun. Es nervte ihn, dass er nicht mehr überall mithalten konnte und der Bauchspeck war auch nicht zu übersehen. Also hat er sich ein Mountainbike gekauft, um nun die Berge rauf und runter zu flitzen. Dabei war er auch nicht geizig, sein Mountainbike war richtig teuer und kam mit allerlei coolen Eigenschaften und neustem Schnickschnack. Dann ist er dreimal damit in den Bergen gewesen. Dabei hat er festgestellt, dass das doch ganz schön anstrengend ist und ordentlich Muskelkater gibt. Seither fährt er sein Mountainbike nur noch morgens ins Dorf, wenn er beim Bäcker Brötchen holt und am Wochenende vielleicht mal durch den Park auf asphaltierten Wegen. Manchmal lässt er es auch wochenlang ungenutzt in der Garage stehen. Jetzt wundert er sich, dass er nicht fitter wird und der Bauchspeck eher mehr als weniger wird.
Meistens bin ich ein Mensch, der sich über technologischen Fortschritt freut. Ich bin neugierig, wie sich die Welt weiterentwickelt, probiere Neues frühzeitig aus und bilde mich gerne weiter. Unter anderem finde ich so auch neue Hilfsmittel und Apps, die mir mein Leben als Mensch mit Schwerhörigkeit leichter machen. Aber es gibt da auch einen anderen Aspekt von Technologiefortschritt, der mich nervt.
Neben der künstlichen Intelligenz (siehe auch Künstliche Intelligenz in Hörgeräten – Stand Oktober 2025) war das zweite heiße Thema auf der EUHA (dem europäischen Hörakustikkongress) die neue Bluetooth-Funktion Auracast. Auracast wurde in den letzten Jahren entwickelt, um energiearmes, hochqualitatives Audiostreaming auf mehrere Empfänger zu ermöglichen. Es wurde insbesondere zusammen mit Hörsystemherstellern entwickelt, so dass es auch für Hörgeräte funktioniert. Auf der EUHA 2025 habe ich mit allen großen Hörgeräteherstellern gesprochen, um herauszufinden, wie es um Auracast in ihren Produkten und um ihre Zukunftsplänen steht. Außerdem nahm ich an einem sehr interessanten Workshop zum Thema teil.
Auracast-Geräte zum Anfassen beim WorkshopWeiterlesen →
Vor einer Weile erwähnte ich eher so nebenbei ein Startup, welches Untertitel mit Emotionen entwickelt (siehe Viel Forschung, wenig Umsetzung).
Die Jungs und Mädels von PHONT sind der Umsetzung anscheinend wirklich näher gekommen und laden nun dazu ein, die Untertitel mal live und an einem Oscar-prämierten Kurz-Film zu sehen. Das Screening des Films findet in Berlin statt und um das ganze so barrierefrei wie möglich zu machen ist es mit Gebärdensprachendolmetschung.
Künstliche Intelligenz (KI, oder auch AI = “Artificial Intelligence”) in Hörgeräten ist seit Jahren ein Thema. Je mehr es gehyped wird, desto unübersichtlicher wird es für uns Kunden, herauszufinden, was die KI unserem Hören denn wirklich bringt. Mit meinem Hintergrund als Informatikerin habe ich auf der EUHA 2025, dem europäischen Hörakustikerkongress, mit allen großen Hörgeräteherstellern gesprochen. Ich hoffe dir hier mit meiner Einschätzung etwas Orientierungshilfe zu geben.
Das ist das, was sich die künstliche Intelligenz „Gemini“ unter künstlicher Intelligenz in Hörgeräten vorstellt.Weiterlesen →
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